
Oktober 2007
Prof. Dr. Ingo Froböse ist Sportwissenschaftler und leitet das Zentrum für Gesundheit an der Sporthochschule Köln. Er glaubt, dass mehr als 85% aller Rückenschmerzen auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind und nur selten eine körperliche Veranlagung für Knochen- und Bandscheibenproblemen dahinter steckt.
Was tun bei starken Schmerzen
Tatsächlich neigt die Mehrzahl der Menschen dazu sich zu schonen, sobald es im Kreuz schmerzt - bei starken Schmerzen eine verständliche Reaktion. Laut Prof. Dr. Ingo Froböse ist dies aber genau die verkehrte Herangehensweise: Schmerzen entstehen nicht durch Über-, sondern Unterforderung. Wenn Schmerzen sehr schlimm auftreten, hilft häufig Wärme oder in akuten Fällen auch Schmerzmittel, die allerdings, sobald es geht, wieder abgesetzt werden sollten. Auch Massagen können helfen die Muskulatur zu entspannen, so Prof. Dr. Ingo Froböse. Danach sollte man den Muskel aber gleich wieder fordern, denn Bewegung regt auch den Stoffwechsel an, erklärt er weiterhin. So werden die Bänder und Knorpel besser mit Nährstoffen versorgt und die Muskeln entspannen sich automatisch. Körperliche Aktivität kann sogar bereits angegriffene Knorpel wieder aufbauen.
Das A und O für einen gesunden Rücken
Bei jemandem, der lange nicht sportlich aktiv war, sollte die Belastung allmählich und langsam gesteigert werden.
Und interessanterweise sind auch sogenannte Muskelpakete vor Rückenschmerzen nicht geschützt, da die kleinen tief liegenden Muskeln, die die Wirbelsäule stabilisieren, noch wichtiger sind als die großen sichtbaren Muskeln, beschreibt Prof. Dr. Froböse. Sie sind das A und O für einen gesunden Rücken. Wenn diese Muskeln nicht richtig arbeiten, können sich Wirbelgelenke verschieben oder verkanten. Allerdings sind eben auch diese kleinen Muskeln schwer zu trainieren. Hierfür eignen sich am besten asymmetrische Sportarten wie z.B. Rad fahren - es wird immer eine Seite angespannt, während die andere gedehnt wird. Gleichzeitig ist die Wirbelsäule durch die Sitzposition entlastet.
Als weiterhin optimale Sportarten für einen gesunden Rücken empfiehlt Pro. Dr. Froböse:
Im Alltag fit
Um den Rücken auch im Alltag fit zu halten, nützt es schon, wenn man natürliche Bewegungsabläufe in seinen Alltag einbaut, so Prof. Dr. Ingo Froböse. Das Büro so organisieren, dass man öfter aufstehen, kurze Strecken zu Fuß gehen, im Stehen telefonieren muss - überall mehr Mobilität - und schon geht es dem Rücken besser. Zudem empfiehlt Prof. Dr. Ingo Froböse viel zu trinken. Dies hält die Bandscheiben geschmeidig, denn sie bestehen in jungen Jahren zu 90 Prozent aus Wasser.
Die richtige Balance
Normalgewicht und regelmäßiges Muskeltraining sind die beste Versicherung gegen Rückenschmerzen laut Prof. Dr. Ingo Froböse.
Da auch Stress, wie in so vielen Situationen, eine ausschlaggebende Rolle bei Rückenbeschwerden spielt, gönnen Sie sich hin und wieder stressfreie Tage. Achten Sie auf sich und hören Sie auf Ihren Rücken. Schalten Sie mal wieder ab oder organisieren Sie Ihren Alltag sogar neu, wenn dies die Lösung für ein stressfreieres Leben ist - Ihr Rücken und Köper wird es Ihnen danken.
(Quelle: FÜR SIE/ 23.Januar 2007)
Buchtipps:
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Bitte bleiben Sie gesund!
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