
Wir erleben hier gerade einen traumhaften Indian Summer, also für mich als eigentlich eingeschworenen Kaffee-Trinker die richtige Zeit, um mich wieder auf das eher kuschelig anmutende Tee Trinken einzustimmen. Zugegeben, es gibt auch die eingeschworenen Ganzjahres-Teetrinker, aber für mich gehört Tee tatsächlich eher zur kalten Jahreszeit.
Und sobald sich diese dunkle Phase einstellt, bin ich immer wieder aufs Neue überrascht, welche Vielfalt sich in diesem ganz eigenen Tee-Universum anbietet. Es gibt unter den unterschiedlichsten Teesorten kaum eine Färbung oder Geschmacksrichtung, die nicht bedacht wird oder zu der sich nicht die passende Teesorte finden ließe.
Aber Tee eignet sich nicht nur, um ein anheimelndes kuscheliges Wohlgefühl zu vermitteln, sondern kann noch viel mehr: Er kann Ihnen bei den unterschiedlichsten Beschwerden Linderung verschaffen oder einfach das reibungslose Funktionieren Ihres Körpers unterstützen.
Wie ist es möglich, dass Tee eine derart umfassende Wirkung hat, wie wir es von keinem anderen bekannten Getränk kennen? Das wollen wir uns einmal etwas näher anschauen.
Dieses ästhetisch poetisch anmutende Foto zeigt Ihnen den wunderschönen Ursprung des Tees, nämlich die Blätter der Teepflanze (Camellia sinensis), eine Pflanzenart, aus deren Bestandteilen „echter“ Tee gewonnen wird.

Teeblätter
Quelle: http://www.transfair.org, gefunden bei Wikipedia.de
Allerdings werden von der Teepflanze nicht nur die Blätter verwendet, sondern ebenfalls die Knospen, die Blüten und die Stängel. Angebaut wird dieser Teestrauch vorwiegend in Indien, China und Sri Lanka.
Ein wichtiger Bestandteil des Tees und wahrscheinlich der bekannteste ist das Coffein, das sich in der Knospe in der konzentriertesten Form vorfindet (bis zu 4,5 %), während es in den Blättern dann schon weniger wird. (Das im Tee enthaltene Coffein habe ich als Kind wie Sie vielleicht auch noch unter dem Namen Thein oder Teein kennengelernt).
Aber es finden sich auch Mineralstoffe wie Kalium, Mangan darin, dann Spurenelemente wie Fluorid sowie ebenfalls die Vitamine B1 und B2 neben einigen weiteren nicht ganz so bekannten Inhaltsstoffen.
Tee ist im Grunde ganz simpel ein heißes Aufgussgetränk nach dem Rezept: Man zupfe sich ein paar Blätter von den Teesträuchern, lege sie frisch gezupft in heißes Wasser und genieße dann das daraus entstehende Gebräu. Für einen Dschungelbewohner sicherlich ein einfaches Rezept und somit eine praktikable Zubereitungsart.
Nur lassen sich Teeblätter nicht so ohne Weiteres längere Zeit lagern, denn durch den Kontakt mit Sauerstoff kommt es zu einem biochemischen Umwandlungsprozess, durch den der Tee mehr oder weniger ungenießbar wird. Folglich mussten Verfahren entwickelt werden, um den Tee haltbar zu machen. Abhängig davon, welches Verfahren und welche Teequalität dabei verwendet wird, führt dies dann in der Folge zu unterschiedlichen Graden an Oxidation (hier finden Sie sehr gute bebilderte Erläuterungen zum Thema Oxidation: http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/Oxidat.htm) mit unterschiedlichen Geschmacksqualitäten.
Wikipedia beschreibt die vier traditionellen Teearten, die sich vor allem im Grad der Oxidation unterscheiden, wie folgt:
Es gibt allerdings noch weitere, nicht ganz so gängige Teespezialitäten, wie Sie bei Wikipedia nachlesen können. Wenn Sie Ihr Wissen noch weiter vertiefen wollen, können Sie dort auch nachlesen, welche einzelnen Teesorten wiederum den oben beschriebenen Teearten zugeordnet werden.
Anbaugebiet und Blattgröße sind zwei entscheidende Kriterien für die unterschiedlichen Tees.
Die wichtigsten Anbaugebiete:
Für den jeweiligen Geschmack weniger wichtig ist die Größe der einzelnen Teeblätter. Im Beuteltee finden Sie beispielsweise hauptsächlich Fannings, d.h. kleine Teile der Teeblätter, oder auch Teestaub (Dust), während bei Teeblättern vorwiegend der sogenannte Broken Tee verwendet wird: hier werden die Blätter mehrmals zwischen 2 Platten hin und her gerollt, bis sie in viele kleine Stücke "brechen". Durch dieses Verfahren zieht er nicht nur viel schneller, sondern hat auch eine kräftigere Farbe.
Übrigens, falls Sie sich bislang für einen Teetrinker gehalten haben, weil Sie mit Vorliebe Ihren Pfefferminz-, Kamillen-, Rooibos-, Kräuter- oder Früchtetee genießen, lassen Sie sich gesagt sein, dass Sie – streng genommen – ein Genießer teeähnlicher Erzeugnisse sind, denn diese pflanzlichen Mischungen stammen eben nicht aus dem eigentlichen Teestrauch. Das gilt auch für die sogenannten Arzneitees. Damit ein teeähnliches Getränk als Arzneitee - der aus spezifischen Heilpflanzen (z.B. Angelikawurzel, Anis, Baldrian, Fenchel, Ginkgo, Kümmel, Salbei, um nur einige wenige zu nennen) gewonnen wird -, zugelassen wird, muss laut Arzneimittelgesetz seine Wirksamkeit allerdings erst nachgewiesen werden.
Wie bereits erwähnt, enthält Tee die Substanz Coffein, laut Wikipedia aus der Gruppe der Stimulantien die ‚weltweit am häufigsten konsumierte pharmakologisch aktive Substanz‘.
Dieses Coffein sorgt für eine anregende Wirkung, wenn Sie den Tee nach einer kurzen Ziehzeit von nur ein, zwei Minuten trinken. Diese anregende Wirkung verliert sich allerdings, wenn Sie den Tee länger ziehen lassen, denn dann verbinden sich das Coffein und die Gerbstoffe (Tannine) des Tees, und diese Verbindung wird vom menschlichen Organismus nicht gut absorbiert.
Sollte sich Ihr Magen-Darm-Trakt in einem unangenehmen Aufruhr befinden, können eben diese Gerbstoffe auch für Beruhigung in dieser aufgewühlten Region Ihres Körpers sorgen, was Sie sicherlich als wohltuend empfinden werden. Ein weiterer Pluspunkt für die Gerbstoffe ist ihre entzündungshemmende Wirkung.
Dies gilt auch und besonders für den Grünen Tee. Anders als beim Schwarzen Tee werden beim Grünen Tee die Teeblätter nicht fermentiert, so dass fast alle Wirkstoffe erhalten bleiben, die auch im frischen Teeblatt vorgefunden werden. Und das sind eine ganze Reihe. Denn neben dem Coffein enthält Grüner Tee u.a. viel Vitamin C, aber auch Vitamin A, Vitamin B, B2, Calcium, Kalium, Phosphorsäure, Magnesium, Kupfer, Zink, Nickel, Carotine und Fluor. Dem grünen Tee wird zudem eine positive Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachgesagt, darüber hinaus soll er hilfreich sein, um den Blutdruck zu senken und das Immunsystems zu stärken.
Wissenschaftler schließen inzwischen auch eine positive Wirkung bei Krebs, vor allem Darmkrebs, nicht aus. Eine möglicherweise vorbeugende Wirkung ist derzeit allerdings noch nicht belegt, sondern wird noch untersucht.
Wir wünschen Ihnen in jedem Fall ein entspanntes Genießen!
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