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Bonbons vom Lehrer: Xylit-Studie weist neue Wege in der Kariesprophylaxe

 

 

Dreimal täglich Bonbons vom Lehrer? Diese Kinderphantasie könnte Wirklichkeit werden. Eine Xylit-Studie an Schulen in Estland hat im Februar 2001 gezeigt, dass neben Kaugummi kauen auch der Verzehr von Pastillen mit dem Zuckeraustauschstoff Xylit das Kariesvorkommen 33 bis 60% senken kann.

 

Die Studie ist aus drei Gründen bahnbrechend: Zum einen beweist sie erstmals zweifelsfrei, dass der Xylit ausschließlich und unabhängig von der Darreichungsform Ursache für die langfristig verminderte Kariesanfälligkeit der Studienteilnehmer ist. Zum anderen öffnet sie kostengünstige Wege in der schulischen oralen Gesundheitsvorsorge: Die hier erprobten Prophylaxe-Maßnahmen können von jedem Lehrer im Rahmen des Unterrichts geleitet werden. Und sie zeigt, dass bereits die geringe Dosis von 5g/Tag für eine wirkungsvolle Kariesprophylaxe ausreicht.

 

Teilnehmer der Studie waren 740 Viertklässler aus zwölf Schulen und vier Städten Estlands. Die Kinder waren zu Beginn der Untersuchun­gen zehn bis dreizehn Jahre alt. In diesem Alter haben sie die meisten der bleibenden Zähne.

 

Die Studie wurde ausschließlich während der Unterrichtszeit durchgeführt - also nicht an den Wochenenden oder während der fast dreimonatigen Ferien. Die Kinder wurden in vier Hauptgruppen aufgeteilt: Gruppe 1 bekam von ihren Lehrern dreimal täglich Pastillen mit je 50% Xylit und 50% Maltit und Gruppe 2 solche mit je 50% Xylit und 50% Polydextrose. Dieser Teil der Studie wurde als Doppelblindstudie durchgeführt. Gruppe 3 erhielt Kaugummi, der zu 100% mit Xylit gesüßt war. Gruppe 4 bildete die Kontrollgruppe. Innerhalb der Hauptgruppen 1 und 2 wurde noch einmal in eine zwei- und eine dreijährige Einnahmephase unterteilt.

 

Alle Kinder wurden drei Jahre lang regelmäßig auf Karies untersucht. Am Ende der Studie wiesen die Kinder, die Bonbons gelutscht hatten, 33 bis 59% und die Kinder in der Kaugummigruppe 53,5% weniger Karies vorkommen auf als die Kontrollgruppe. Dabei war es unerheblich, wie lange die Kinder regelmäßig Xylit verabreicht bekommen hatten.

 

Xylit ist ein Zuckeraustauschstoff, der technisch aus Birkenholz-Zucker gewonnen werden kann. Xylit wird in Deutschland primär in Zahnpflege-Kaugummis und -Dragees sowie in Zahnpasten verarbeitet.

 

Quelle: Pressebüro Lillelund©

 

 

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