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Vegetarische Ernährung - macht uns Fleisch krank?

"Die Therapie von Leiden, die Folge des Verzehrs von Fleisch sind, kostet ebensoviel wie die Behandlung von Leiden, die mit dem Rauchen in Zusammenhang gebracht werden". Quelle : WELT AM SONNTAG v. 3.12.95 "Neue Erkenntnisse über die Vorteile vegetarischer Ernährung".

Ich möchte mit diesem Beitrag nicht auf die Auswirkungen des steigenden Fleischkonsums auf den Hunger in der Welt eingehen. Auch die Methoden, mit denen eine Massentierhaltung rentabel betrieben werden kann, sind wohl hinlänglich bekannt.

Ich möchte mich auf einen anderen Aspekt beziehen, der nicht nur das Wohl des Tieres berücksichtigt, sondern Ihr eigenes Interesses an einer gesünderen Lebensform herausstellt. Dabei ist es Ihnen überlassen zu beurteilen, ob ein verbesserter Klimaschutz nur einen Nebeneffekt einer fleischlosen Ernährung darstellt.

Was Fleisch so ungesund macht

Wird ein Tier geschlachtet, geht das Fleisch unmittelbar in einen Verwesungszustand über. Fleisch ist dann nur noch totes Gewebe und es war ein Teil eines verstorbenen Tieres, das Leichengifte enthält, also Eiweißzerfallsprodukte wie das Cadaverin und das Putrescin, aber ebenso auch Krankheitserreger. Das Fleisch wird je nach Temperatur und Umwelteinflüssen mehr oder weniger schnell von Fäulnisprozessen befallen.

Wenn nun Pflanzen verrotten, tun sie das in einem recht harmlosen Gärungsprozeß, wie er auch künstlich hervorgerufen zur Weinherstellung bekannt ist. Bei Fleisch dagegen entstehen bei der Verwesung hoch toxische Stoffe, die über Magen und Darm vom Organismus aufgenommen werden. Fäulniserreger können die Darmflora zerstören, giftige Gase dringen durch die Darmwand in den gesamten Organismus ein und können Kopfschmerzen, Immunschwäche und andere Krankheiten erzeugen. Dieses Leichengift läßt sich auch durch starkes Erhitzen nicht zerstören.

Fleisch enthält fast keine Ballaststoffe, auch wenn der Eindruck durch die faserige Konsistenz entstehen mag. Wegen dieser Eigenschaft kommt es zu festerem Stuhl, der sich nur sehr langsam Richtung Darmausgang bewegt.

Darüber hinaus summieren sich Pestizide, die sich in den Futterpflanzen befinden, im Körper des Tieres. Je nach Tierart rechnet man mit 6-10 kg Futterpflanzen je kg Fleisch. Fleischesser nehmen dementsprechend zusätzlich noch ein Vielfaches der Pflanzengifte in sich auf als dies Vegetarier tun!

Der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren führt zu einem Anstieg des (schlechten) LDL-Cholesterins und zur Senkung des (guten) HDL-Cholesterins. Der hohe Anteil dieser ungesunden Fette ist darüber hinaus auch ein Grund für Übergewichtigkeit mit all seinen gesundheitlichen Risiken.

Fleisch wirkt sich auf den Säure-/Basen-Haushalt des Körpers ungünstig aus, da es zu einer starken Übersäuerung führen kann, wenn nicht durch eine ansonsten gesunde und angepaßte Ernährung gegengesteuert wird.

Fleisch enthält übermäßig viel tierisches Eiweiß. So viel Eiweiß, daß unser Körper damit vollkommen überlastet ist. Es macht nicht etwa stark, sondern erfordert vom Körper erhöhte Anstrengungen der Nieren und eine Steigerung der Harnstoffbildung. Eiweißüberschuss führt unter anderem auch zu Vitamin B6-Mangel. Tierisches Eiweiß läßt die Gefäßwände nicht nur verdicken und fördert so beispielsweise Bluthochdruck, sondern erhöht auch die Durchlässigkeit für sämtliche Stoffe - erwünschte wie unerwünschte.

Auch das Eisen ist im Fleisch für die meisten Menschen zu hoch dosiert. Ein zuviel an Eisen fördert das Entstehen von Krankheiten, da auch Krankheitserreger Eisen für ihr Wachstum benötigen.

Sehr viele Substanzen der Pflanzenkost schützen vor sog. "Freien Radikalen" (unvollständige Sauerstoffmoleküle, denen ein Elektron fehlt). Sie können unserem Körper großen Schaden zufügen und den Alterungsprozess beschleunigen, wenn nicht auch hier gegengesteuert wird. Ganz bestimmte Gemüse- und Obstsorten besitzen die Fähigkeit, freie Radikale erfolgreich zu bekämpfen.

Fleisch enthält natürlich keine sekundären Pflanzenstoffe, die für unser Immunsystem enorm wichtig sind und die in jeder Pflanze existieren.

Wurde das Tier mit Antibiotika behandelt, besteht die Gefahr einer Zerstörung der Darmflora und einer Antibiotika-Resistenz. Letzteres kann Lebensgefahr bedeuten, wenn etwa eine Lungenentzündung nicht mehr richtig behandelt werden kann.

Empirische Belege

Einige Untersuchungen zu diesem Thema wurden unabhängig voneinander vom Deutschen Krebsforschungszentrum durchgeführt, mit PD Dr. med. R. Frentzel-Beyme, dem Bundesgesundheitsamt, mit Prof. Dr. med. H. Rottka und dem Ernährungswissenschaftlichen Institut der Universität Gießen, mit Prof. Dr. C. Leizmann.

Ihr übereinstimmendes Ergebnis lautet zusammengefasst: Vegetarische Ernährung ist gesünder als fleischhaltige Mischkost! Alle Vegetarierinnen und Vegetarier werden diese Ergebnisse bestätigen, auch den Zugewinn an Gesundheit und Fitness durch vegetarische Ernährung.

Insbesondere belegen die drei Studien, dass sich u.a. folgende, wichtige medizinische Parameter durch vegetarische Ernährung zum Vorteil des Menschen verändern:

  • Harnsäurewerte (geringeres Gichtrisiko).
  • Cholesterinwerte (geringeres Risiko für Herzkrankheiten).
  • Blutdruck (geringeres Schlaganfallsrisiko).
  • Körpergewicht (besserer Allgemeinzustand).
  • Die Widerstandskraft gegen Krankheiten nimmt generell zu, Vegetarier sind also insgesamt seltener krank.
  • Die Lebenserwartung ist signifikant erhöht

Alleine die Vegan-Vegetarier, die sämtliche tierischen Produkte ablehnen, müssen darauf achten, daß sie gelegentlich bewusst etwas für ihren Vitamin B12-Haushalt tun. Dieses Vitamin wird durch Mikroorganismen erzeugt und kommt vorwiegend in tierischen Lebensmitteln vor.

Sehr gute B12-Spender sind etwa Milch und Eier. Weitere Quellen für B12 sind jedoch auch im Pflanzenreich zu finden, nämlich beispielsweise in bakteriell vergorenem Sauerkraut und anderem entsprechend zubereitetem Gemüse wie Tempeh, Lopino aber auch in Weizenbier. Vitamin B12 kann übrigens bis zu 10 Jahre im Körper gespeichert werden.

Lakto-Vegetarier und Ovo-Lakto-Vegetarier brauchen sich über B12 überhaupt nicht zu sorgen, da ihnen ihre Kost automatisch auch dieses Vitamin in ausreichender Menge zur Verfügung stellt.

Manche Ärzte verunsichern vor allem Vegetarierinnen mit der Behauptung, dass ihnen ohne Fleisch Eisenmangel drohe und dass vegetarisch ernährte, bzw. von Vegetarierinnen gestillte Säuglinge Mangelschäden erleiden könnten.

Gelegentlich aufgetretene, geringere Eisenwerte bei Frauen hatten in keinem der untersuchten Fälle zu gesundheitlicher Beeinflussung geführt. Die Untersuchungen belegen darüber hinaus, daß die Muttermilch von Ovo-Lakto-Vegetarierinnen gesünder für die Säuglinge ist, als die von Gemischtköstlerinnen, da sie weniger Umweltgifte enthält, dafür aber mehr Vitamine und ungesättigte Fettsäuren.

Abschließend möchte ich noch einmal festhalten, dass das früher häufig hervorgebrachte Argument, vegetarische Ernährung verursache einen Eiweißmangel, heute selbst von den Fleischbefürwortern kaum noch verwendet wird. Heute sollte allgemein bekannt sein, dass der übermäßige Verzehr von tierischen Eiweißen zu vielen Krankheit führt. Eiweiße in Pflanzen und Milch sind hochwertig und reichlich, die Eiweißzusammensetzung von vegetarischer Kost ist ausgewogen!

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