
Was verbinden Sie mit Süße? Den meisten Menschen würde bei dieser Frage Zucker und Süßstoffe einfallen, vielleicht noch Honig oder Ahornsirup.
Dass es schon lange eine Alternative gibt, die über eine noch höhere Süßkraft und quasi keine Kalorien verfügt, weiß hingegen so gut wie niemand. Dabei ist diese Pflanze, aus der dieses süße Extrakt gewonnen wird, rein pflanzlich, hitzebeständig - also gut zum Kochen geeignet und voll mit Vitaminen, Mineralstoffen und Flavonoiden.
Die Pflanze Stevia, die in vielen Arten vorkommt, ist von Kalifornien über Mexiko und Guatemala bis in den zentralen Teil Argentiniens verbreitet. Hierbei verfügt lediglich eine einzige Art über die beschriebene Süßkraft, nämlich Stevia rebaudiana.
Stevia gehört zur Familie der Körbchenblüter und ist mit dem in Europa heimischen Wasserdost nah verwandt. Stevia blüht in weißen, fünf bis sieben Millimeter langen Blütenköpfchen in sog. Trugdolden.
Der süße Geschmack der Stevia Pflanze ist auf glykosidische Dipertene zurückzuführen. Stevioside haben fast die gleichen geschmacklichen Eigenschaften wie Zucker. Die Glykoside in der Stevia Pflanze sind chemisch zum Beispiel gegenüber Säuren sehr stabil, was mit ihrer dreidimensionalen Molekülstruktur zusammenhängt.
Negative Wirkungen des Konsums von Stevia ist bis heute nicht festgestellt worden. Dies ist nicht erstaunlich, da die südamerikanischen Urvölker diese Pflanzen seit Jahrhunderten verzehren. Eine etwas albern anmutende Studie hat allerdings ergeben, dass es unerwünschte Nebenwirkungen bei der Stevia Pflanze gebe. Hier wurden jedoch den Tieren derartig hohe Konzentrationen von Stevia Blättern verabreicht, dass diese der Menge von 50 Kg entspricht, würde man den Versuch auf den Menschen übertragen.
Mittlerweile ist Diabetes mellitus bzw. Übergewicht zur Volkskrankheit Nummer 1 mutiert. Auch die Gesunden werden zunehmend gesundheitsbewußter und lehnen Zucker und künstlichen Süßstoff aufgrund der mittlerweile bekannten Risiken immer öfter ab. Allein in Brasilien wird der Verbrauch von Saccharin und Cyclamat auf etwa 550 Tonnen pro Jahr geschätzt und das, obwohl es eine nicht die Gesundheit gefährdende Alternative gibt.
In Japan ist es üblich, in Cafés keine Zuckerdosen vorgesetzt zu bekommen, sondern das weiße Stevia-Pulver. Auch Coca-Cola süßt die vertriebenen Getränkeprodukte mit Stevia, aber natürlich nur in den Ländern, in denen keine Zulassungseinschränkung besteht.
"Zucker sparen grundverkehrt - der Körper braucht ihn, Zucker nährt den Körper."
Dies ist ein Slogan der Zuckerindustrie für den Absatz ihres Produktes. Richtig, der Körper braucht Zucker, ohne ihn kann er nicht arbeiten. Aber die Verantwortlichen verschweigen, dass wir nicht den einfachen, raffinierten Industriezucker brauchen, sondern komplexe, langsam verdaute Kohlenhydrate, die zudem dem Körper die notwendigen Mineralien bei der Verdauung nicht rauben.
Norman Walker schreibt: "Ich betrachte weißen Zucker als ein Gift und behandle ihn als solches. Er hat keinerlei Platz im Programm, das man zu einer strahlenden Gesundheit führt."
Marilyn und Harvey Diamond haben in ihrem Buch "Fit fürs Leben 2" dokumentiert, dass in den USA die Zuckerindustrie Ernährungsfachleute dafür bezahlt, dass sie den Zuckerkonsum propagieren.
So ist von Dr. Frederick J. Stare, dem Gründer des "Department of Nutrition" der Havard Universitiy beispielsweise folgende Aussage gemacht worden: "Zucker sollte man als Vergnügen und nicht als junk food bezeichnen." Dr. Stare hatte vom Institut für Getreideprodukte und der Firma Kelloggs finanzielle Zuwendungen in Höhe von fast einer Viertelmillionen Dollar erhalten.
Das gängigste Produkt, das sie erhalten können, ist das als weißes Pulver zermahlene und raffinierte Steviablatt bekannt. Es ist "rein" und sieht ansprechend aus. Ihm wurden aber durch den Raffinierungsprozess die Mineralien und andere Vitalstoffe entzogen.
Sie erhalten dementsprechend auch das grüne, unraffinierte Pulver, das sie auch als ganzes Blatt erwerben können, um es selbst in der Kaffeemühle zu mahlen.
Aber auch in flüssiger Form müssen sie auf Stevia nicht verzichten. Achten Sie beim Kauf auch auf die Qualität, Konzentration und natürlich den Preis des in braunen Glasfläschen abgefüllten Produktes.
Suchen Sie die Stevia Produkte nicht im Lebensmittelregal, sondern unter der Rubrik Kosmetikprodukte. Dort ist es nicht ganz falsch, da es auch hervorragend als Zusatzstoff in kosmetischen Artikel Anwendung findet. Der Grund ist einfach: in Deutschland ist Stevia nicht als Nahrungs(ergänzungs)mittel zugelassen, obwohl es hierzu in Japan und anderen Ländern wohl eine der größten Feldstudien über die Unbedenklichkeit eines Nahrungsmittels gibt. Warum nur?
Lesen Sie das Buch zum Thema von Barbara Simonsohn: Stevia - sündhaft süß und urgesund.
Hatten Sie bisher bei der Verwendung von Zucker ein schlechtes Gewissen? Dann können sie aufatmen, denn Stevia, das Honigblatt aus den Hochebenen Paraguays, ermöglicht es, Süßes unbeschwert zu genießen. Mit Stevia können Diabetiker, Menschen mit Unterzucker-Problemen, Übergewichtige und alle, die auf ihre Gesundheit achten, auf natürliche Weise süßen. Zudem enthält Stevia wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Flavonoide, die Ihr Immunsystem stärken. Übrigens, die Japaner nutzen Stevia schon seit Jahren.
Christoph Zündorf
Heilpraktiker/Osteopathie
ursprünglich verfasst August 2008
Einen interessanten Beitrag des ZDF vom 6. Oktober 2010 zu dem Thema "Die Zulassung der Stevia-Pflanze in der EU" finden Sie in der ZDF Mediathek unter diesem Link: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1157600/Zulassung-der-Stevia-Pflanze-in-der-EU#/beitrag/video/1157600/Zulassung-der-Stevia-Pflanze-in-der-EU.
Am 28.3.2011 vermeldete ararheute.com in einem Beitrag mit dem Titel "Nordzucker macht mit Stevia-Plänen ernst":
"Braunschweig - Der Nordzucker-Konzern hat vergangene Woche die Schaffung des Gemeinschaftsprojekts "NP Sweet" mit der Firma PureCircle aus Malaysia bekanntgegeben.
"NP Sweet" soll Produkte entwickeln und vermarkten, die "die natürlichen Vorzüge des Zuckers mit den Eigenschaften von Stevia-Produkten" kombinieren, um der steigenden Nachfrage des Markts nach kalorienreduzierten, aber natürlichen Süßungsmitteln gerecht zu werden.
Das Joint Venture "NP Sweet" soll seine Stevia- und Steviasucroseprodukte, eine Kombination aus Stevia und Zucker, an Kunden aus der Lebensmittel- und Getränkebranche in Nord- und Osteuropa verkaufen. Das Joint Venture wird seinen Hauptsitz in Kopenhagen haben. Die Produktion von Steviasucrose wird laut Nordzucker sowohl in Skandinavien als auch in Deutschland stattfinden."
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STEVIA - Sündhaft süß und urgesund (Die Alternative zu Zucker und Süßstoffen)

Stevia: Süßes Kochen und Backen mit Stevia
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