Wie kürzlich in einer Zeitung veröffentlich wurde, klebt bereits auf mehr als 55.671 Produkten das EU-Bio-Siegel. 85% aller Haushalte haben im vergangenen Jahr mindestens ein Bio-Produkt gekauft.
5,8 Milliarden Euro setzte die Öko-Branche im Jahr 2008 bereits um (15% mehr als im Vorjahr).
Bio boomt, das ist schwer zu leugnen, aber steckt in Bio-Produkten wirklich so viel mehr „Gesundheit“ als in herkömmlichen Lebensmitteln?
Gründe, die für Bio-Produkte sprechen
Im ökologischen Landbau...
Weiterhin stehen Bio-Produkte für…
Was verspricht das Bio-Siegel?
Das Siegel verspricht in erster Linie Transparenz. Von der Herstellung bis zum Vertrieb werden die Produkte kontrolliert und zertifiziert. Einmal im Jahr werden Öko-Höfe von einer staatlichen oder anerkannten privaten Kontrollinstanz geprüft.
Dabei wird anhand der Buchhaltung und Zertifikate kontrolliert, ob tatsächlich 95 Prozent der Dünge- und Futtermittel aus ökologischer Landwirtschaft zugekauft sind. Tierärztliche Belege werden geprüft, um festzustellen, ob den Tieren auch tatsächlich nur im Krankheitsfall Medikamente verabreicht wurden. Außerdem begutachtet der Kontrolleur den Ackerboden. Anhand von Indikatoren wie Disteln und Regenwürmern kann festgestellt werden, ob die im Öko-Landanbau gestatteten Mengen an Düngemitteln und Pestiziden verwendet wurden, da diese empfindlich darauf reagieren.
Bei mindestens zehn Prozent aller Höfe werden zusätzlich unangemeldet Stichprobenkontrollen durchgeführt.
Die Probleme
Leider erschwert die EG-Ökoverordnung die Kontrolle, da sie ein Nebeneinander von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft gestattet, ebenso wie den Zukauf von fünf Prozent Dünge- und Futtermitteln aus konventioneller Landwirtschaft. Dies beeinträchtigt die Transparenz und verleitet im schlimmsten Fall zu Missbrauch beim Zukauf oder der Deklaration von Ware.
Der hohe Druck, möglichst kostengünstig viel zu produzieren, um den steigenden Bedarf an billiger Bio-Ware zu decken, stellt ein weiteres Problem dar. Der familiäre Bio-Hof wird so schnell zum Großbetrieb und bei der Herstellung und dem Zukauf wird vorrangig auf den Preis geachtet und weniger auf die Qualität und Herkunft der Ware.
Auch bei „Bio“ gibt es Unterschiede
Etwa 60 Prozent der deutschen Bio-Bauern sind Mitglied in einem der Anbauverbände: Bioland, Naturland oder Demeter zum Beispiel. Auch im europäischen Ausland haben sich viele Bio-Bauern Anbauverbänden angeschlossen.
Die Richtlinien der Bio-Anbauverbände gehen über die gesetzlichen EU-Öko-Mindeststandards hinaus. Sie garantieren eine streng kontrollierte Bio-Qualität. So müssen bei deren verarbeiteten Produkten, wie zum Beispiel Keksen, hundert Prozent der Zutaten ökologisch sein.
„Bio“ oder „nicht Bio“, das ist hier die Frage…
Besonders langfristig betrachtet scheinen wesentlich mehr Gründe für Bio-Produkte zu sprechen. Weniger Schadstoffe und mehr gesunde Inhaltstoffe in unserer täglichen Nahrung liefern unserem Körper eine bessere Grundlage für ein langes, gesundes Leben.
40% der Bio-Produkt-Konsumenten wollen diese als Beitrag zum Klimaschutz kaufen. Andere entscheiden sich für Bio, da sie artgerechte Tierhaltung unterstützen möchten. Wiederum andere entscheiden sich für Bio-Ware, da sie in erster Linie ihrem Körper etwas Gutes tun wollen. Zwar sind Bio-Produkte überwiegend teurer als konventionelle Ware, aber warum nicht am Fleischkonsum sparen und das Geld lieber in gesundes Gemüse investieren, dafür aber eben Bio?
Kurz gesagt: Ökologische Landwirtschaft ist gesünder, nachhaltiger und umweltbewusster als konventionelle.
Wofür entscheiden Sie sich?
Produktbeschreibung
We feed the world - Essen global ist ein Film über Ernährung und Globalisierung, Fischer und Bauern, Fernfahrer und Konzernlenker, Warenströme und Geldflüsse - ein Film über den Mangel im Überfluss. Er vermittelt in eindrucksvollen Bildern Einblick in die Produktion unserer Lebensmittel sowie erste Antworten auf die Frage, was der Hunger auf der Welt mit uns zu tun hat. Zu Wort kommen neben Fischern, Bauern und Fernfahrern auch Jean Ziegler und der Produktionsleiter von Pioneer Rumänien sowie Peter Brabeck, Konzernchef von Nestlé International, dem größten Nahrungsmittelkonzern der Welt.
(Quelle: amazon)
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