
Robert C. Atkins (amerikanischer Kardiologe, Ernährungswissenschaftler und engagierter Vertreter der Präventivmedizin ,* 17. Oktober 1930 in Columbus, Ohio; † 17. April 2003 in New York) stellte als praktizierender Kardiologe fest, dass 30 bis 40 Prozent seiner übergewichtigen Patientinnen mit Herz-Kreislauf-Problemen zu ihm kamen, und beschäftigte sich daher immer intensiver mit einer Diät, die diesen gesundheitlichen Problemen Abhilfe schaffen sollte. Bis zur Veröffentlilchung seines ersten Buches hatte er als Mediziner bereits über 10.000 Patienten mit seiner Diät zu einem erfolgreichen Abnehmen und einem gesunden Körper verholfen.
Da er selbst vorübergehend an Übergewicht gelitten hatte und aus eigener Erfahrung wusste, dass Hungern-müssen der größte Feind einer erfolgreichen Gewichtsreduzierung ist, entwickelte er eine Diät, die nicht nur zu einem gesunden Abnehmen führen, sondern dabei auch noch die Bedingung erfüllen sollte, dass der Abnehmwillige keinen Hunger würde leiden müssen.
Basierend auf den früheren Forschungen anderer Wissenschaftler über die Bedeutung von Kohlehydraten und Insulin und den Abbau von Fettgewebe entwickelte er dann seine Atkins Diät, mit der der kohlehydratreichen Ernährung der Kampf angesagt wurde.
Wenn hier von Kohlenhydraten die Rede ist, dann sind damit die ungesunden gemeint, die in Zucker, weißem Mehl, Milch, weißem Reis sowie in verarbeiteten und raffinierten Lebensmitteln jeder Art, Junk Food und so weiter enthalten sind.
Er stellte nämlich als Ursache der häufigsten Erkrankungen eine Kohlehydrat-Unverträglichkeit oder -Allergie fest.
Diesen Beobachtungen zufolgen haben Menschen mit Übergewicht, Diabetiker, Hypoglykämiker (Menschen, die an einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel leiden) und Herzinfarkt-Anwärter alle eines gemeinsam: ihr Körper hat beträchtliche Schwierigkeiten, Zucker und andere Kohlehydrate umzusetzen. Diese Unverträglichkeit gegen Kohlehydrate - eine "Kohlehydrat-Vergiftung" - wiederum resultiert aus einer Stoffwechselstörung.
Somit ist die Todesursache bei den meisten der registrierten Krankheiten des 20. Jahrhunderts auf eine "Kohlehydrat-Vergiftung" zurückzuführen. Und die Hauptursache dafür? Hauptsächlich Zucker! Denn wir leider unter einer echten Zucker-Sucht aufgrund einer wahren Zucker-Sinflut.
Dazu muss man wissen, dass unsere Nahrung erst vor vier oder fünf Generationen begann, einen mäßig hohen Prozentsatz von Zucker zu enthalten. Diese relativ kurze Zeitspanne im Zuge der Evolution hat noch nicht ausgereicht, um die genetische Struktur des Menschen dahingehend zu verändern, dass sein Organismus mit der heutigen Flut von Zucker und denaturierter Stärke fertig wird.
Wer sich noch nicht klar darüber ist, welche Ausmaße die Zucker-Sinflut heutzutage in unserem Nahrungsmittelangebot angenommen hat, braucht sich nur einmal aufmerksam die kleingedruckten Bestandteile unserer Lebensmittel durchzulesen - was ohne Brille selten möglich ist -, und er wird feststellen, dass es kaum noch Lebensmittel gibt, die nicht Zucker als einen ihrer Bestandteile enthalten. Die Lebensmittel-Industrie hat uns einer Art Gehirnwäsche unterzogen, damit wir den Tag mit einem kohlehydratreichen Frühstück beginnen, ihn mit einem kohlehydratreichen Mittagessen fortsetzen, gefolgt von Dessert und am Nachmittag vielleicht auch noch Kaffee und Kuchen und so weiter, ansonsten unterbrochen von allen möglichen Erfrischungsgetränken, die statt irgendeines Nährwertes lediglich Kohlehydrate enthalten. "Geringer Fettanteil" wird propagiert und der Zuckergehalt dafür aufgestockt.
Unser Organismus, der nur auf die Verarbeitung von relativ winzigen Mengen von Kohlehydraten eingestellt war, brach unter dieser Zucker-Sinflut zusammen mit der Folge von Übergewicht, aber auch Erkrankungen der Herzgefäße, die heutzutage an der Spitze aller Todesursachen überhaupt liegen, sowie ein ganzes Spektrum von Zivilisationskrankheiten, die bei unseren Vorfahren völlig unbekannt waren.
Zucker verursacht grundlegende Stoffwechselstörungen.
Diese Sintflut von Zucker und denaturierten, isolierten Kohlehydraten zwingt die Bauchspeicheldrüse zu hektischer Tätigkeit. Sie beginnt hysterisch auf das ständige Signal für eine Insulinausschüttung zu reagieren, das ihr durch die Aufnahme von Kohlehydraten gegeben wird, und überflutet den Blutkreislauf mit ihrem Hormon, das den Blutzuckergehalt senkt, bis der Blutzuckerspiegel niedriger ist als in dem Moment, in dem die Bauchspeicheldrüse das Signal zur Ausschüttung von Insulin erhielt. (Und dies ist Hypoglykämie.)
Hypoglykämie ist ein wörtlich aus dem Griechischen übersetzter Begriff, der für einen abnorm niedrigen Blutzuckerspiegel, d. h. eine Unterzuckerung, steht: hypo bedeutet "unter", glykis "süß" und emia "im Blut".
Es gibt mehrere Arten organischer Hypoglykämie mit einer Vielzahl von Ursachen. Aber bei 90 Prozent aller Fälle von niedrigem Blutzuckerspiegel haben wir es mit der sogenannten funktionellen Hypoglykämie zu tun. Und wieder 90 Prozent dieser Fälle haben ihre Ursache in einer Überempfindlichkeit gegen Kohlehydrate. Diese Überempfindlichkeit führt zu einer erhöhten Insulinausschüttung ins Blut, wodurch unter anderem auch der Appetit angeregt wird, und es kommt zu Heißhungerattacken. Die Hauptfunktion des Insulins wiederum besteht darin, den Blutzuckerspiegel zu senken.
Der Knackpunkt dabei ist: "Entgegen Ihrer anfänglichen Vermutung wird Hypoglykämie nicht durch einen Mangel an Zucker in Ihrer Ernährung verursacht, sondern durch eine zu hohe Insulinproduktion-Hyperinsulinismus. Vergessen Sie nie, dass Zucker diesen auf lange Sicht nur verschlimmert!"
Bei einer Kohlehydrat-"Allergie" handelt es sich um keine echte Allergie in dem Sinne, was die Ärzte unter einer Allergie verstehen, sondern um eine Überempfindlichkeit gegen Kohlehydrate, die sich in einer Überproduktion von Insulin äußert (Hyperinsulinismus). Das bedeutet, wenn Sie "allergisch" gegen Kohlehydrate sind, lösen die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlehydrate in Ihrem Körper eine stoßweise Ausschüttung von zusätzlichem Insulin in Ihren Blutkreislauf aus. Das heißt, Ihr Körper reagiert überempfindlich auf Kohlehydrate genauso wie der eines anderen Menschen vielleicht auf Seetiere. Sie bekommen keinen Ausschlag, sondern Fettpolster - und möglicherweise sind Sie immer müde und deprimiert, verspüren ein unstillbares Verlangen nach Süßigkeiten und bekommen einen hohen Triglyzeridspiegel.
"Allergie" bedeutet hier also eine Stoffwechselstörung. Die meisten dicken Menschen haben einen gestörten Stoffwechsel. (Mit Stoffwechsel bezeichnet man den Prozess, in dessen Verlauf der Körper die ihm zugeführte Nahrung in die körpereigenen Substanzen umsetzt, die er für seinen Energieverbrauch wie für die ständige Zellenerneuerung benötigt.) Der Stoffwechsel gliedert sich in viele Unterkategorien auf. In diesem Zusammenhang ist gezielt der Kohlehydrat-Stoffwechsel gemeint.
Hier einige der Symptome im Zusammenhang mit der "gestörten Kohlehydrat-Verarbeitung"
Nie mehr hungrig-sein: Kohlehydrate meiden! Nicht die Kalorien!
Atkins entwickelte daraufhin seine völlig neue - sogenannte low-carb - Diät, die darauf abzielte, den Anteil von Kohlehydraten in der täglichen Nahrung auszurichten nach der jeweiligen Verträglichkeitsgrenze der Menschen mit einer Kohlehydrat-Unverträglichkeit. Diese Kohlehydrat-Toleranzschwelle ist also ein Wert, de sich von dem Betreffenden als Werkzeug ursächlich verwenden lässt. Denn nur, wenn man die Menge der zugeführten Kohlehydrate anpasst an die Fähigkeit seines eigenen Organismus, damit auch umzugehen und sie zu verarbeiten, nur dann lässt sich das Übergewicht mit all seinen Gefahren unter Kontrolle bekommen. Und er stellte bei Tausenden von Patienten fest, dass das Streichen oder zumindest starke Reduzieren der Kohlehydrate vom täglichen Speisezettel die wirksamste und dauerhafteste Behandlung bei Übergewicht darstellt.
Denn war passiert dann? Ihr Organismus lernt, Ihr körpereigenes Fett, dass Sie ja schließlich loswerden wollen, als Brennstoff für Ihren Energiegewinn zu verbrennen, statt die Kohlehydrate. Die Folge: Ihr Blutzuckerspiegel stabilisiert sich und die negativen Folgeerscheinungen durch den instabilen Blutzuckerspiegel verschwinden!
Jeder Organismus ist anders und reagiert auch von Tag zu Tag unterschiedlich aufgrund der ständig wechselnden Einflüsse, denen wir beständig ausgesetzt sind - wobei sicherlich auch der Stressfaktor eine bedeutende Rolle spielt. Deshalb ist auch Ihr Bedarf an Kohlehydraten unterschiedlich von Organismus zu Organismus und auch für ein und denselben Organismus an unterschiedlichen Tagen. Und auch die Fähigkeit Ihres Organismus, mit den aufgenommenen Kohlehydraten so umzugehen, dass sie nicht zu weiteren Fettpolstern mutieren, variiert.
Der beste Schutz ist immer das eigene Wissen. Denn je mehr Sie wissen, desto weniger können Sie zur Wirkung werden. Und mit dem Wissen um die vielfältigen Abläufe in Ihrem Organismus, speziell dem Kohlehydrat-Stoffwechsel, das Dr. Atkins in diesem Buch liefert, haben Sie ein wirksames Werkzeug an der Hand, um Ihren ganz individuellen Bedarf gezielt steuern zu können. Und dieses Wissen allein ist Gold wert. Und die Gewichtsabnahme ist dabei nur ein äußerst angenehmer Nebeneffekt. Dr. Atkins erläutert all diese Abläufe in leicht verständllichen Worten und setzt sich auch eingehend mit den "Argumenten" seiner Kritiker auseinander.
Ich bin selbst überzeugter Aktins-Anhänger und habe nur die allerbesten Erfahrungen damit gemacht. Nicht nur habe ich problemlos - und ohne zu hungern - beständig abgenommen. Was noch viel wichtiger für mich war, ist der immense Energiegewinn und die ständig zunehmende Wachheit und das steigende Selbstvertrauen. Und wenn man mitten im Berufsleben steht, ist das von enormer Bedeutung. Zudem habe ich es geschafft, von einem Tag auf den anderen komplett mit dem Rauchen aufzuhören (nach 35 Jahren 40 bis 60 Zigaretten täglich). Auch das führe ich eindeutig auf die Atkins-Diät zurück. Denn ich bin mir absolut sicher, dass ich es ohne die Kohlehydrat-Reduzierung nicht geschafft hätte.
Deshalb kann ich all den Lesern, auf die das eine oder andere der oben aufgelisteten Symptome zutrifft, nur empfehlen, dass sie das Buch lesen, sich das Wissen aneignen, und dann selbst testen und ihre eigenen Erfahrungen machen. Es ist ein Abenteuer mit Ihrem Körper und ein ständiger Lernprozess, denn mit dem zugrundeliegenden Wissen werden Sie immer mehr sensibilisiert für die Prozesse, die in Ihrem Organismus ablaufen, wodurch sie noch mehr lernen und sich und Ihren Körper immer besser kennenlernen. Und es lohnt sich, sich darauf einzulassen!
Und viel Spaß beim Lernen, Erfahren und Abnehmen!
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