
Herzinfarkt Männersache? Weit gefehlt.
Laut der http://www.herzstiftung.de/ sind seit 2002 Herzinfarkte und Schlaganfälle die führende Todesursache bei Frauen. Erfreulicherweise sind bei Männern kontinuerlich weniger Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu beklagen, während der Anteil bei Frauen zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr sogar steigt.
Wissenschaftler des Cedas-Sinai Heart Institute in Los Angeles führen diese Entwicklung auf die unterschiedlichen Symptome zurück, mit denen sich ein Herzinfarkt bei Männern und bei Frauen bemerkbar macht. Das nicht richtige Erkennen der Symptome führt zu Fehldiagnosen und somit zu falschen Behandlungen.
Vereinfacht ausgedrückt: Unser Herz ist ein Muskel, der mit Hilfe von rhythmischen Kontraktionen Blut durch den Körper pumpt, um so die Durchblutung sämtlicher Organe und damit auch ihre Versorgung mit den lebensnotwendigen Nährstoffen sicherzustellen. Der Herzmuskel funktioniert wie eine Pumpe, d.h. er saugt das Blut aus den Venen an und stößt es dann durch die Hauptschlagader, die Aorta, wieder aus. Die Blutbahnen (also Arterien und Venen) am Herzen sind kranzförmig um das Herz angeordnet und werden deshalb auch Herzkranzgefäße genannt. Jetzt kann es passieren, dass sich an einer Engstelle eines solchen Herzkranzgefäßes ein Blutgerinnsel bildet, wodurch der Blutfluss unterbrochen wird. (Siehe auch die obige Abbildung, die auf http://de.wikipedia.org/wiki/Herzinfarkt näher erläutert wird). Wenn diese Durchblutungsstörung länger als 20 Minuten anhält, sterben aufgrund des Sauerstoffmangels Teile des Herzmuskels ab, d.h. das Gewebe in der betroffenen Region des Herzens wird komplett und irreversibel zerstört.
Schauen wir uns nun die Symptome einmal an:
Von den klassischen Symptomen eines Herzinfarkts, wie sie häufig bei Männern beobachtet werden, haben Sie sicher schon gehört oder es sogar in Ihrem Umfeld oder an sich selbst miterlebt: Das Herz setzt aus, es wird also kein Blut mehr durch den Organismus gepumpt, es kommt zu plötzlichen starken Schmerzen im Brustraum (möglicherweise drückende oder brennende Schmerzen), die bis in den linken Arm ausstrahlen können, aber auch in Schultern und Unterkiefer. Beklemmungs-, Enge- oder Angstgefühl können ebenso auftreten wie schwere Atemnot bis hin zur Bewusstlosigkeit oder starken Schwindelgefühlen.
Bei Frauen sind hingegen häufig andere Symptome zu beobachten, die sich nicht so ohne Weiteres zuordnen lassen, d.h. der Infarkt äußert sich eher als ein Druck- oder Engegefühl, es kann zu starker Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen sowie Beschwerden im Oberbauch kommen. Besonders hellhörig sollten Sie werden, wenn diese Signale mit einer ungewöhnlichen Heftigkeit auftreten.
Bei Frauen bewahrt das Herz häufig seine Fähigkeit, Blut zu pumpen. Wenn ein Arzt nun nach Durchblutungsstörungen sucht, aber keine findet, könnte er durch die anderen Symptome, die auch für andere Krankheitsbilder zutreffen, auf eine falsche Fährte gelockt werden. Fatal ist zudem, dass diese Symptome häufig nicht ernst genommen werden. Untersuchungen zufolge kommen Frauen nach dem Einsetzen der Beschwerden deshalb in der Regel erst eine Stunde später ins Krankenhaus als Männer. Dieses verzögerte Reagieren führt dazu, dass mehr Frauen an Herzinfarkt sterben als Männer.
Sollte es sich dabei um einen leichteren Infarkt gehandelt haben und der Betroffene erholt sich wieder, könnte man versucht sein zu sagen, ‚na, dann ist doch alles wieder okay‘. Nur so funktioniert das nicht, denn das Risiko liegt darin, dass grundsätzlich jeder Infarkt das Herz schädigt. Denn wie bereits geschildert, sterben Teile des Herzmuskels regelrecht ab. Und infolge dieser Schädigung kann es leichter zu einem Folgeinfarkt kommen. Untersuchungen zufolge sterben aufgrund der nichterkannten Infarkte 38 Prozent aller Frauen an einem Folgeinfarkt (zum Vergleich: bei Männern sind es nur 20 Prozent). Schätzungen besagen, dass nach einem ersten Infarkt Frauen in den darauf folgenden sechs Jahren ein doppelt so hohes Risiko für einen Folgeinfarkt haben wie Männer.
Beachten Sie
Sie sollten wissen, dass jeder fünfte Betroffene nur milde Symptome aufweist oder gar keine Symptome an den Tag legt. Unter Umständen wird der Herzinfarkt deshalb erst bei einem routinemäßigen Elektrokardiogramm irgendwann später entdeckt.
Aber bei jedem Herzinfarkt – egal wie die Symptome im Einzelnen aussehen mögen – kann das Herz zu einem plötzlichen Stillstand kommen. Deshalb wählen Sie bei jedem auch noch so leichten Verdacht umgehend die kostenlose Euronotruf-Nummer 112, die übrigens in ganz Europa und einigen weiteren Ländern Gültigkeit hat.
Sicherlich gibt es noch viel mehr zu sagen zu dem Thema Herzinfarkt. Einige wichtige Hinweise finden Sie auch in unserem Artikel Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall - was Sie darüber wissen sollten! von Dr. Gottfried Lange.
Auch in den nachstehend aufgeführten Buchempfehlungen erhalten Sie wertvolle Tipps zur Unterstützung Ihres Herzens und des gesamten Kreislaufs in Ihrem Organismus.
Bedenken Sie stets: Sie können immer etwas tun, sei es nun, dass Sie Ihr Wissen vertiefen und/oder Ihren Organismus mit geeigneten Nahrungsergänzungen unterstützen und/oder Ihre Ernährungsweise optimieren und/oder Ihren Kreislauf mit einem ausgewogenen Bewegungs- und Trainingsprogramm fit halten. In der Tat sollten Sie alle diese vier Bereiche aktiv vorantreiben, denn alle Faktoren unterstützen sich gegenseitig.
Bleiben Sie gesund!
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